"Nur in Legenden ist uns das Leben
dieses Heiligen überliefert. Danach war er ein römischer General, dem auf
der Jagd ein Hirsch begegnet, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trug.
Nach diesem Wunder bekehrte er sich mit
seinem ganzen Haus. Gott prüfte in vielen Schicksalsschlägen seine Treue
und Standfestigkeit im Glauben, bis er endlich unter Kaiser Hadrian um 118
als Märtyrer starb.
Das Legendenbild verdeckte vielleicht
auch später die historisch faßbare Gestalt eines anderen gleichnamigen
Heiligen, nämlich Eustachius oder Eustathius, der Patriarch von Antiochien
und energischer Kämpfer gegen den Arianismus war und 337 im Exil starb.
Als Jäger mit Spieß und Jagdhorn und
einem Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifixus im Geweih wird Eustachius
dargestellt. Auf seinen Märtyrertod verweist der glühende Ofen, der ihm
manchmal beigegeben ist. Auch wilde Tiere können sein Kennzeichen sein.
Eustachius, dessen Kult sich bei uns
oft mit dem des heiligen Hubertus vermengte, ist der Schutzpatron von Paris
und Madrid und der Schutzheilige der Jäger. Ferner wird er von Klempnern,
Krämern, Strumpfwirkern und Tuchhändlern besonders verehrt. Als einer der
vierzehn Nothelfer wird er in allen schwierigen Lebenslagen angerufen."
Quelle:
Das Große Buch der
Heiligen. Berichte und Legenden. Hrg. von Diethard H. Klein, München 2000, S.
462